Was ist Psychodrama?

Psychodrama wurde vom Psychiater Jakob Levy Moreno (1989-1974) entwickelt und wird heute in vielen unterschiedlichen Berufsfeldern eingesetzt: Beratung, Coaching, Psychotherapie, Supervision, Pädagogik, Erwachsenenbildung, Organisationsentwicklung, u.a.m.

In seinem ursprünglichen Sinn bedeutet Psychodrama: Handeln (Drama) der Seele (Psyche). Damit wird ausgedrückt, dass Psychodrama nicht nur aus Reden und Zuhören besteht, sondern aus handelnden und szenischen Darstellungen des Erlebens und Verhaltens. Psychodrama heißt: etwas räumlich darstellen, etwas auf eine Bühne bringen, etwas in Szene setzen. Das kann sehr Verschiedenes sein, zum Beispiel Erinnerungen, Ideen, Fantasien, Gefühle, Konflikte, Probleme, Träume, etc. Der Grundgedanke ist sehr einfach, nämlich: Es ist nützlich, immer mal wieder Abstand zum eigenen Erleben und Handeln zu bekommen, und die Aktionsmethoden des Psychodramas helfen dabei sehr gut. Handlungen, Emotionen und Gedanken stehen nie alleine da, sondern sind in einem ständigen neuronalen Resonanzprozess, gegenseitig und mit der Umwelt. Nur wenn wir Distanz schaffen gegenüber eigenem und fremdem Denken, Handeln und Fühlen, können wir die Kette der Resonanzbeziehungen zwischen Gehirn, Organismus und Umwelt unterbrechen. Menschsein verlangt nicht nur Nachahmung und Empathie, sondern auch Distanz gegenüber eigenem wie fremdem Empfinden und Handeln. Nur wenn wir immer wieder unser eigenes Wahrnehmen, Empfinden und Denken kritisch prüfen und sogar verwerfen können, entsteht Freiraum für neues Leben und Erleben.

Die wichtigsten Aktionsmethoden des Psychodramas sind: Szenenaufbau, Rollenspiel, Rollenwechsel, Doppeln, Spiegeln, Sharing, Aufstellungsarbeit, Soziometrie, Soziodrama, Leerer Stuhl, Mythodrama, Forum- und Playbacktheater. Um zu verstehen, wie diese spielerischen Methoden funktionieren genügt es nicht, sich in das Psychodrama einzulesen. Im Zentrum des Psychodramas stehen die Konzepte der Kreativität, Spontaneität und Simulation. Um zu begreifen wie das geht ist es notwendig, dies selber zu erfahren. Ganz nach dem Motto: Ich höre und vergesse, ich sehe und erinnere, ich tue und verstehe.